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Erschienen bei AH am 28.1.2012
Profil
eines Schurkenstaates
Stephen Lendman
28.
Januar 2012
Übersetzung Remo Santini
Amerika ist weltweit unübertroffen.
Jedoch
Pfund für Pfund, basierend auf der Grösse, seiner Politik und
der regionalen Ge-fahr, die es darstellt, hebt sich
Israel
von der Masse ab.
Täglich gehen seine Verbrechen gegen die Menschheit weiter.
Am 23.
Januar verhaftete die Jerusalemer Polizei zwei palästinensische
Beamte, Khaled Abu Arafeh und Mohammed Totah. Polizeisprecher
Micky Rosenfeld sagte, beide Männer seien wegen unspezifischer „Hamas-Aktivitäten“
polizeilich gesucht worden, gab aber keinen wei-teren Kommentar
ab.
Hamas
ist natürlich die gesetzmässige Regierung Palästinas. Israel und
Amerika nennen sie ungerechtfertigterweise eine terroristische
Organisation. Der Sprecher von Hamas Mushir Al-Masri sagte, die
Verhaftung der beiden Männer sei ein „zionistisches Verbrechen“.
Das palästinensische Parlament hat nicht mehr getagt seit Hamas
und Fatah sich 2007 aufspalte-ten.
Beide
Männer wurden in den Büros von Sheikh Jarrah des Internationalen
Komitees vom Roten Kreuz IKRK verhaftet. Während der letzten 18
Monate hatten sie dort Schutz gesucht, weil sie gegen einen
illegalen Deportationsbefehl Israels protestierten, nachdem ihre
Identi-tätskarten für nichtig erklärt wurden.
Abu
Arafeh diente als Minister der Hamas für Belange in Jerusalem.
Totah ist Abgeordneter der Hamas beim PLC (palästinensischer
legislativer Rat). Einige Monate früher wurde der
Hamas-Gesetzgeber Mahmoud Atoun verhaftet. Er suchte ebenfalls
Schutz beim IKRK.
Hamas-Parlamentarier werden öfters aufs Ziel genommen. Ungefähr
zwei Dutzend sind im-mer noch im Gefängnis. Zwanzig befinden
sich ohne Anklage in administrativer Haft. Einmal wurden 40
Hamas-PLC-Mitglieder miteinander auf gesetzlose Weise ins
Gefängnis gesperrt, nur weil sie der falschen Partei angehörten
und nicht, weil sie irgendein Vergehen begangen hätten.
Am 19.
Januar wurde der Sprecher des Palästinensischen Legislativen
Rats PLC wegen an-geblicher terroristischer Verbindungen
verhaftet. Trotz einer kaum verhüllten Lüge verur-teilte ihn ein
Militärgericht am 24. Januar ohne Anklage zu sechs Monaten Haft.
Am 20.
Januar wurde der Gesetzesmacher Khaled Tafesh verhaftet und ins
Ofer-Gefängnis gebracht.
Das
Palästinensische Zentrum für Menschenrechte PCHR verurteilte
Israels Taten.
Es
nannte sie „einen Plan, um die Resultate der
palästinensischen Legislativ-wahlen vom Januar 2006 zu
unterminieren und die palästinensischen Aus-söhnungsbemühungen
zu unterbrechen“.
Das
PCHR nannte sie auch eine gemäß „Genf 4“ verbotene kollektive
Bestrafung. Es forderte eine sofortige Freilassung dieser
Verhafteten, verurteilte strengstens den Sturm auf die Bü-ros
des IKRK und sagte, dies sei eine Verletzung internationalen
humanitären Rechts.
Israel
behauptete fälschlicherweise, das Büro des IKRK habe keinen
diplomatischen Status – was es für Israels Gesetzlosigkeit zu
Freiwild machte.

Israelische Bomben auf Gazastadt
Israels
Krieg gegen den Hamas
Am 25.
Januar schrieb der Autor der „Jerusalem Post“ Khaled Abu Toameh
unter der Titel-zeile „Israel hat gegen die Hamas in der
Westbank den Krieg erklärt“:
„Allein in den letzten Monaten wurden fünf PLC-Mitglieder der
Hamas verhaftet. Früh am Morgen an einem Dienstag verhafteten
IDF-Soldaten Abdel Jabbar Fukaha, einen Hamas-Gesetzgeber in
Ramallah und konfiszierten in seinem Haus Dokumente, ein Laptop
und Mo-biltelefone.“
Seine
Frau sagte, ihr Sohn Mujahed sei vorgeladen, am Sonntag für eine
Befragung zu er-scheinen. Nach dem Absitzen einer
Verurteilung zu vier Monaten wurde Fukaha im Februar 2011 aus
dem israelischen Gefängnis freigelassen.
In
einem ähnlichen Zusammenhang sagten Hamas-Gesetzgeber aus
Tulkarm am Dienstag, dass sie von einem israelischen
Sicherheitsbeamten angerufen worden seien, der ihnen be-fahl,
ihre Büros unverzüglich zu schliessen. Fathi Qarawi und
Riad Raddad sagten, dies sei die zweite Drohung, die sie im
vergangenen Monat erhalten hätten.
Sie
denken, dies ist Teil einer israelischen Kampagne, um die Hamas
zu zerstören, und sagen: „Israel hat Hamas den Krieg erklärt.
Aber wir werden uns nicht abschrecken lassen und werden
weiterhin unsere Pflicht erfüllen.“
Hamas-Führer glauben, Israel versucht eine Aussöhnung mit der
Fatah zu sabotieren und die für Mai geplanten Parlaments- und
Präsidentenwahlen zu konterkarieren. Es wäre nicht das erste
Mal, dass israelische Gewalttaktiken palästinensische Wahlen und
weitere gesetz-liche Tätigkeiten untergraben würden.
Hamas-Sprecher Mushir Al-Masri prangert die israelischen
Intrigen an und sagt: „Israel denkt, dass diese Festnahmen die
Chancen der Hamas die Wahlen zu gewinnen, zerstören werden. Im
Gegenteil, diese Maßnahmen werden nur unsere Popularität
erhöhen.“
Gesetzeswidrige Hauszerstörungen, Landdiebstahl und
Enteignungen

Unter
anderen schurkischen politischen Akten sind es die
Hauszerstörungen und die Landdiebstähle, die die
israelische Repression definieren. Am 23. Januar
wurde die Beduinensiedlung von Ostanata mit dem Bulldozer platt
gemacht und zum fünften Mal zerstört.
Das
Israelische Komitee gegen Hauszerstörungen ICAHD nennt den Ort
„ein lebendes Symbol des Widerstandes gegen die Besetzung
und des Wunsches nach Ge-rechtigkeit und Frieden“.
Itay
Epshtain von ICAHD sagte: „Die Menschen sind düster,
traumatisiert und von Gram erfüllt. Fast 100 Personen sind
draussen den Elementen ausgeliefert, nun während einer kalten
Nacht. Kinder, Babies, Mütter, Väter. Einige von uns
von ICAHD versuchten, die Bulldozer zu blockieren, aber wir
wurden von Soldaten mit Schlägen zurückgetrieben.“
Tatsächlich war Epshtain persönlich auch geschlagen worden und
erlitt kleinere Verletzungen.
Der
Ort namens Beit Arabiya war das Heim von Arabiya Shawemreh,
ihres Mannes und ih-ren sieben Kindern. Ihr Heim war früher
schon viermal zerstört worden. Jedes Mal haben es ICAHD,
Palästinenser und internationale Friedensaktivisten wieder
aufgebaut. Nun ist es erneut am Boden. Am 23. Januar gegen
23 Uhr kamen von Soldaten begleitete Bulldozer. Beit Arabiya wie
auch andere Wohnhäuser und bäuerliche Betriebsgebäude im Ort
Arab Al-Jahalin Bedouin wurden zerstört.
Beit
Arabiya bekam 1994 den ersten Abbruchbefehl. In dem Streitfall
ging es darum, dass sie keine Bewilligung bekamen, um auf ihrem
eigenen Land zu bauen. ICAHD-Direktor Jeff Halper schwor, Salim
und Arabiya beim Wiederaufbau zu helfen und sagte: „Wir
werden wieder aufbauen. Wir müssen sofort wieder aufbauen,
als ein Akt des Trotzes gegenüber der Besetzung und der sich
hinziehenden Unterdrückung der Palä-stinenser. ICAHD ist
wie immer entschlossen, das Haus wieder aufzubauen und in seinem
Kampf auszuhalten, um Gerechtigkeit und Frieden zu bring-en.“

Rachel Corrie hatte keine Chance,
sie wurde vom Bulldozer überrollt.
Salim
und Arabiya weihten ihr Haus Rachael Corrie und Nuha Sweidan.
Die beiden Frauen, eine Amerikanerin und eine Palästinenserin,
wurden ermordet, während sie sich gegen die Hausabbrüche
in Gaza wehrten.
Einige
Wochen früher, am 6. Dezember, rief die UNO-Kommission für
wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte Israel dazu auf,
mit den Hausabbrüchen, den Zwangsräumungen und dem Aufheben der
Aufenthaltsgenehmigungen aufzuhören.
In der
Informationsschrift „No Home, No Homeland“ von ICAHD wird das
Thema behandelt. Es wird geschätzt, dass seit Juni 1967
etwa
26‘000 palästinensische Häu-ser zerstört
wurden,
und zwar aus Gründen wie „Strafe, Landwegnahme fürs Militär,
Administratives“.

Olmert: "Es gibt keine Waffenruhe!"
Indem es solches auf besetztem Land tut, wird internationales
Recht verletzt, aber Israel weist dies verächtlich zurück.
Und deshalb geht das Leiden der Palästinenser weiter.
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Opfer des Libanon-Krieges |

Bilder aus U$raels
Libanon-Krieg

Tote Gaza-Kinder |
Frauen
und Kinder sind besonders davon betroffen. Vertreibungen
fügen ihnen zusätzliches Leid zu. ICAHD nennt 2011 ein
Rekordjahr.
Die
Politiker der Welt ignorieren dies wissentlich. Die
israelischen Beamten haben grünes Licht, ungestraft Verbrechen
zu begehen. Davon profitieren sie voll.

Obamas „eisernes“ Bekenntnis
In
seiner Rede zur Lage der Nation vom 24. Januar hob Obama seine
unerschütterliche Un-terstützung hervor und sagte:
„Unser eisernes Bekenntnis zur Sicherheit Israels hat
zur engsten militärisch-en Zusammenarbeit zwischen unseren
beiden Länder in der Geschichte ge-führt.“
Dies
wird unter anderem durch die Milliarden an Militärhilfe und
regelmäßig erhöhte Beträ-ge widerspiegelt. Im August 2007
erhöhte sie Bush für das nächste Jahrzehnt um 6 Milliar-den USD.
Trotz Budgetrestriktionen fügte Obama noch mehr bei. Allein im
Steuerjahr 2012 werden zusätzliche 236 Millionen USD bei der
Entwicklung von drei israelischen Raketen-programmen helfen:
Arrow-2, David’s Sling und Arrow-3. Israel bekommt dafür schon
über 3 Milliarden jährlich, plus unbekannte Zugaben, auf
Anfrage.
„If Americans knew“ (Wenn die Amerikaner wüssten)
berichtet, dass während Israel „mindestens 8,2 Millionen
USD Militärhilfe pro Tag bekommt“, bekom-men die Palästinenser
null und nichts.
Ein
Schlusskommentar
Am 22.
Januar schrieb die Autorin des „London Guardian“ Harriet
Sherwood unter dem Titel „Die palästinensischen Kinder – allein
und verwirrt – im israelischen Gefängnis Al Jalame“, wobei sie
aussagt:
„Kleine Kinder werden physisch und verbal misshandelt.
Es ist ein Albtraum. Zelle 36 und andere wie sie sind die
Löcher, in die palästinensische Kinder in Einzelhaft eingesperrt
werden, für Tage und sogar für Wochen. Ein
Sechzehn-jähriger sagte, er sei während 65 Tagen isoliert
worden.
Die Zellen sind kaum größer als die dünne, schmutzige
Matratze, die den Bo-den bedeckt. Hinter einer niedrigen
Betonwand befindet sich ein Hockklosett, dessen Gestank in dem
fensterlosen Raum nirgendwo abziehen kann. Die rohen Betonwände
verhindern ein schmerzloses Anlehnen; die Dauerbeleuchtung an
der Decke vereitelt den Schlaf.“
Essen
von schlechter Qualität wird durch eine Klappe durchgereicht,
was die Kinder des menschlichen Kontakts beraubt. Brutale
Verhöre unterbrechen die Monotonie.
Während der Befragungen sind sie mit Händen und Füssen
während Stunden an den Stuhl gefesselt.
Meistens ist ihr angebliches „Verbrechen“ das Steinewerfen. Die
meisten bestreiten, dies ge-tan zu haben. In der Folge
werden sie physisch und verbal misshandelt. Viele erleiden eine
Erschöpfung wegen Schlafentzugs. „Tag um Tag werden sie an
den Stuhl gefesselt und dann in die Einzelhaft zurückgebracht.
Am Ende unterzeichnen viele aus Verzweiflung ein Ge-ständnis.“
Später sagen sie aus, dass sie dazu gezwungen wurden.
Mindestens 700 palästinensische Kinder werden jährlich
verhaftet. Einige sind 10 Jahre alt oder jünger. Die
Misshandlungen sind extrem. Die Folgen sind e-motionale Traumen.
Nader
Abu Amsha, der Direktor des Rehabilitationsprogramms für Kinder
des YMCA Beit Sahour erklärt: „Die Familien denken, dass wenn
ihr Kind freigelassen wird, das Ende des Problems gekommen sei.
Wir sagen ihnen, dass dies erst der Beginn ist. Sie
können Kinder sehen, die völlig gebrochen sind. Es ist
schmerzlich, die Qual dieser Kinder mit ansehen zu müssen, zu
sehen, wie sehr sie durch das israelische System unter Druck
gesetzt werden.“

Palästina 1946 und
was heute noch davon übrig geblieben ist
Dies sind noch mehr Beweise für die schurkische israelische
Gesetzlosigkeit. Der inhaftierte palästinensische Führer
Marwan Barghouti sagte zu „Maan News“, dass der Konflikt und die
Beschimpfungen weitergehen werden, bis Israel seine Besetzung
abbricht und sich auf die Grenzen vor 1967 zurückzieht.
Barghouti ist ein politischer Häftling, der fünf Mal zu
lebenslänglich plus vier-zig Jahre verurteilt wurde nur weil er
frei leben wollte. Frei oder in Haft sym-bolisiert er Hoffnung.
Seine Anhänger hoffen, dass er eines Tages frei kommt und die
Führung übernimmt.
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