Sylvia Steinemann-Röthlisberger

Abschiedsfeier in der Kirche San Flurin in Siat am 9.Januar 2010

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Pfarrer Ivan Walther leitet die Feier

Vor 14 Uhr läuteten die Glocken der Dorfkirche San Flurin (Sankt Florian)
die Abschiedsfeier ein für Sylvia Steinemann-Röthlisberger.

Programm:

Liturgie und Predigt:  Pfr. Ivan Walther (iw), Waltensburg mit Diaspora (u.a. Siat) und Schnaus

Gesang:  Gion Tschuor mit dem gemischten Chor Rueun-Siat

Musik:  Nordica (Thyl Steinemann, Ursula Kobler, Flond, Isabelle Ramunno, Laax)

Sigristin:  Irmgard Cavigelli, Siat

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-  Einläuten der Glocken

Eingangsmusik:  "Nebelwalzer + Traumreise":  Nordica (leider jetzt ohne Sylvia)

Gruss- und Eingangsworte mit Abkündigung iw

Dankeswort von Claudia-Osariere Röthlisberger

-  Dankeswort von Thyl Steinemann

Erster Gesang des gemischten Chores

Gebet (stehend)  iw

Lebenslauf von Sylvia; gelesen von iw

-  Lichtbilder aus dem Leben von Sylvia (Videoprojektion), begleitet durch Musik
   von Nordica:  „Lemurische Wehmut“

Lesung aus Römer 8  iw

Gemeindelied: „Grosser Gott, wir loben Dich“

Predigt / Traueransprache  iw

Zwischenspiel:  „Hoffnung auf Gerechtigkeit und Frieden“ Nordica

Psalm 23 gemeinsam gesprochen  iw

Fürbitten mit "Unser Vater" (stehend)  iw

Infos  iw

Segen  iw

-  Ausgangsgesang vom gemischten Chor

(Glocken)

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Samstag, 9. Januar 2010, 14.00 Uhr

Sylvia Steinemann-Röthlisberger

TRAUERFEIER IN DER KIRCHE ST. FLURIN / SIAT

 Gruss- und Eingangsworte mit Abkündigung iw

El num da Diu, dil Bap e dil Fegl e dil Spért Sogn.

Amen

Miar sind do versammlet, wil mir fiirlich wend Abschied neh, vo dä Sylvia Steinemann, wo am 4. Januar dia irdische Welt verloh hät. Ihri Ziit uf Erda isch gsi 69 Johr, 7 Mönet und 2 Täg.  Dia Ziit isch für immer / unwiderruaflich verbii.

Ich begrüsse Sie alle, die den Weg hierher gefunden haben, von nah und fern, um der Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen.

Jeu beneventel Vus tuts a quei survetsch divin da cumiau che jeu vegn a celebrar cheu ella baselgia catolica, mo tenor la tradiziun reformada (cun quei che la defunta era reformada).

I will dia Fiir zu Ehra von de Sylvia Steinemann in de Nama vo Gott stella, …

(dt. explikative Trinitätsformel)

Und jetzt gibi’s Wort de Tochter vo de Sylvia

Dankesworte
von Frau Röthlisberger (Tochter von Sylvia)+ von Thyl Steinemann

Gemischter Chor:  „When the stars beginns to fall“

Gebet (stehend) iw

Guata Gott

Mir sind no erschütteret über de Tod wo so plötzlich und unerwartet ko isch nach enera kurza und schwera Krankhet.

Obwohl miar alli wüsset, dass Mensch auf Erda nit ewig leba könnt, macht üs das truurig und nachdenklich wenn d’Ziit für an liaba Mensch wieder ko isch

Aber mir vertrauuet druuf, dass es aso dim Willa entspricht und deshalb guat und richtig isch.

Und mir vertrauuet au druf dass Du üs traisch und üs begleitisch de schmerzlichi Verlust aazneh und z’verkrafta dia Lücke, wo d’Sylvia hinterloh hät und leer bliibe wird.

Hilf üs, dass üs dia Hoffnig an Troscht isch, wo du üs gschenkt häsch mit dem Evangelium von dim göttlich Sohn Wo üs im Leba und im Sterba vorusgange isch und de Weg zeigt hät wo zu de himmlischa Ewigkeit füehrt.

Amen.

Lebenslauf gelesen  iw

Bilder aus Sylvias Leben -
    + Musik Nordica:  „Lemurische Wehmut“

Lesung aus Römer 8, 18-30  iw

Gemeindelied: „Grosser Gott, wir loben Dich“

Predigt / Traueransprache  iw

Liebe Trauergemeinde

Römerbrief 8:  Ein dichter / bedeutungsreicher Text

·  Warum Römer 8 passend ist:

o 1. Weil er den Trauspruch enthält (Heirat), der auch in der Traueranzeige stand: „Wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen müssen.“ (rom:  Nus savein che tut survescha al bien per quels che carezan Diu“)

o 2. Weil „Schöpfung“ vorkommt und das im Leben von Sylvia eine grosse Rolle gespielt hat

o 3. Weil die Rede ist von „Leid“ und „Heilung“, die im Leben von S. sehr wichtig waren (Beruf)

·  Römer 8 ist sehr dicht und wahrscheinlich nicht auf Anhieb verständlich…

Die Schöpfung und die Gotteskinder

·  Die Schöpfung seufzt und stöhnt = leidet und sehnt sich nach Heilung (warum: Vergänglichkeit / Endlichkeit ausgesetzt / Lesung: der Nichtigkeit unterworfen)

·  Die Schöpfung wartet (in sehnsüchtigem Verlangen) auf die Söhne und Töchter Gottes, auf deren Sichtbar- bzw. Offenbarwerden (= Heilmittel, das von der Knechtschaft zur Freiheit führt)

·  Gotteskinder (Töchter und Söhne) = Christen/innen! = wir! Unsere Aufgabe ist es, uns um die Schöpfung zu kümmern / Leid zu lindern

Sylvia war ein Beispiel dafür (Einsatz für das Wohlergehen, für die Befreiung, usw.)

Die Erkenntnis des Paulus

·  Aber Achtung: „Auch wir selbst – sagt Paulus –, die wir die Erstlingsgabe des Geistes empfangen haben, auch wir seufzen miteinander und warten…“

wir gehören dennoch zur Schöpfung, leiden mit und sehnen uns mit / Mensch = Teil / mit eingeschlossen

·  Doch wir, die Söhne und Töchter Gottes, wissen: Es gibt mehr / etwas. Eine Hoffnung, die wir zwar nicht sehen, nicht fassen können. Die es aber gibt…

·  Dafür ist die Erlösung unseres Leibes nötig, aber wir müssen geduldig sein (ausharren): Zuerst haben wir die Aufgabe, hier heilsam zu wirken (mit was auch immer: Nicht nur Medizin, sondern auch Musik oder Familie…), erst nachher werden wir aufgehen in die Herrlichkeit

Die Hilfe des Geistes in der Schwachheit menschlicher Existenz

·  Erkenntnis: wir sind gleichzeitig Gotteskinder (und wissen über diese Hoffnung) und Mitleidende.

·  Paulus: „Wir wissen nicht, was wir eigentlich beten sollen“ = Ausdruck der Hilflosigkeit / Ausgeliefertsein

·  Doch der Geist (der von Gott selbst kommt) tritt für uns ein und hilft uns mit wortlosen Seufzern. Das Wichtige läuft wie auf einer übergeordneten Ebene (geistige) = Garantie für das Angenommen werden bei Gott

Das Trostwort

·  Deshalb: Alles dient zum Guten, was die Gotteskinder machen (auch Fehler, auch Verluste)

·  Denn wir sind mit und durch Taufe berufen zur Liebe Gottes = Liebe zur Schöpfung, Mitmenschen, usw.

·  Wer zu diesem Wort / diesem Ruf ja sagt, wird selbst in nach dem Bild Jesu Christ verwandelt / gestaltet werden.

·  Das dauert ein ganzes Leben, aber wir können gewiss sein, dass Gott uns dann aufnimmt, so wie er jetzt auch schon Sylvia aufgenommen hat.

Amen

Zwischenspiel: „Hoffnung auf Gerechtigkeit und Frieden“ Nordica

Psalm 23 gemeinsam gesprochen  iw

De Psalm 23 isch eine vo dena biblischa Texscht, wo Vertraua ganz gross gschriebe isch.

De Texscht isch do projiziert und mir wend jetzt dia Wort luut lesa / erklinga loh. Mir mached das aber uf a bsunderi Art:  Jedi und jeda söll de Text luut nach eigenem Tempo lesa.

Nochher folgt a Moment vo de Stilli, bevor mir üs dann zum ena Gebett sammlet, wo mit dem „Unser Vater“ enda wird.

Nach der neuen Zürcher Übersetzung (2007)

(Ein Psalm Davids)

Der Herr ist mein Hirt, mir mangelt nichts, er weidet mich auf grünen Auen.

Zur Ruhe am Wasser führt er mich, neues Leben gibt er mir.

Er leitet mich auf Pfaden der Gerechtigkeit um seines Namens willen.

Wandere ich auch im finstern Tal, fürchte ich kein Unheil,

denn du bist bei mir, dein Stecken und dein Stab, sie trösten mich.

Du deckst mir den Tisch im Angesicht meiner Feinde.

Du salbst mein Haupt mit Öl, übervoll ist mein Becher.

Güte und Gnade werden mir folgen alle meine Tage,

und ich werde zurückkehren ins Haus des Herrn mein Leben lang.

Nach der Lutherübersetzung

(Ein Psalm Davids.)

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.

Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.

Er erquicket meine Seele.

Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück;

denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.

Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.

Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,

und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

Fürbitten mit „Unser Vater“ (stehend)  iw

[Stille]

Mir sammlet üs zum Gebet und erhebet üs dafür.

Miar möchted dir danka Gott,

für die wunderbari Person/Mensch,

wo mir händ dörfa kenna lerna

Mir danket für alles, was durch sie möglich worda isch

[Stille]

I dera Stund vom Abschied bitte mer Dich:

schenk em Ehema vo de Sylvia, em Thyl Steinemann

und de Tochter, de Claudia Röthlisberger

und all dena, wo sie werdet fescht vermissa

viel Kraft und Troscht für de wiiteri Weg im Leba

[Stille]

Für all das, was mir ihra schuldig blibe sind

bitte mir um Vergebig

im Vertraua uf dini Güeti und Liebi

All üsi Gedanka und Empfindiga leged miar

in dia Wort, wo de Jesus üs aavertraut und gschenkt hät

und sprechet jetzt gmeinsam:

Unser Vater im Himmel.

Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Führe uns, wenn wir in Versuchung kommen, und erlöse uns von dem Bösen.  (Änderung dieser falsch ausgelegten Zeile durch Thyl)

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Miar sind Gäscht i dera Kircha und do isch es üblich, dass ma a Kollekte für armi Lüüt sammlet.

Kollekte wird gesammelt

Gemischter Chor:   „Tebja Pajom“

Infos  iw

Miar sind glii am Schluss vo dera Truurfiir.

Im Nama vo de Familie möchti allna danka, wo de Sylvia im Leba Guats tu händ und ihre Liebi erwiese händ.

Bsunders au danka für die Ateilnahm i de letzschta Ziit, danka, dass Sie alli hüt dohera ko si (und zum Teil an ganz langa Weg uf sich gno händ).

Ich möcht mi au bi all dena bedanka, wo dä Gottesdienscht möglich gmacht händ und mitgwirkt händ: De kath. Pfarrei vo Siat, em Chor unter de Leitig vom Gion Tschuor und em Ensemble „Nordica“, wo ohni Sylvia zu ihrne Ehre gspielt hät und allne, wo suscht in irgendere Form mitgholfe händ.

D’Aghörige nehmet nach em Gottesdienst s’Biileid vor de Kirche (oder vor em Usgang) entgega.

Alli, wo de Sylvia noch gstanda sind und s’Bedürfnis händ, mit de Aghörige no as Moment zäma z’sitze sind im Aaschluss herzlich in d’Besabeiz „Arca da Siat“ iglada, bi de Familie Cahenzli.

Segen  iw

En Texscht vom Dietrich Bonhoeffer, wo ich Ihna wett mitgeh uf em Weg. Er hät us em Gfängnis im Bewusstsii, dass er könnti jeda Tag de Tod finde, gschribe:

Von guten Mächten wunderbar geborgen

Erwarten wir getrost, was kommen mag.

Gott ist bei uns am Abend und Morgen

Und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

De Chor mit em Gion Tschuor wird am Schluss vo de Truurfiir nomol es Lied singa.  Mir bliibet sitza, doch für de aaronitischi Sega, wo n i uf Romanisch und Dütsch spreche werde, wemmer ufstoh:

Il Segner benedeschi tei e pertgiri tei

Der Herr segne dich und beschütze dich

Il Segner laschi tarlischar sia fatscha sur da tei e seigi grazius a ti

Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig.

Il Segner drezzi sia vesta sin tei e detti pasch a ti.

Der Herr erhebe sein Angesicht zu dir und gebe dir Frieden.

Der Mensch spricht und Gott segnet

AMEN

Wunderschöner Ausgangsgesang vom gemischten Chor:  „Muttersegen“

Die ganze Trauergemeinde kondoliert Thyl und der Tochter Sylvias beim Ausgangstor der Kirche - draussen ist es sehr kalt...

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(Fortsetzung in Arbeit)

 

       

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*Letzte Bearbeitung dieser Seite am 29.01.2010