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Samstag, 9. Januar 2010, 14.00 Uhr
Sylvia Steinemann-Röthlisberger
TRAUERFEIER IN DER KIRCHE ST. FLURIN / SIAT
Gruss-
und Eingangsworte mit Abkündigung iw
El num
da Diu, dil Bap e dil Fegl e dil Spért Sogn.
Amen
Miar
sind do versammlet, wil mir fiirlich wend Abschied neh, vo dä Sylvia
Steinemann, wo am 4. Januar dia irdische Welt verloh hät. Ihri Ziit uf
Erda isch gsi 69 Johr, 7 Mönet und 2 Täg. Dia Ziit isch für immer /
unwiderruaflich verbii.
Ich
begrüsse Sie alle, die den Weg hierher gefunden haben, von nah und fern,
um der Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen.
Jeu
beneventel Vus tuts a quei survetsch divin da cumiau che jeu vegn a
celebrar cheu ella baselgia catolica, mo tenor la tradiziun reformada (cun
quei che la defunta era reformada).
I will
dia Fiir zu Ehra von de Sylvia Steinemann in de Nama vo Gott
stella, …
(dt.
explikative Trinitätsformel)
Und
jetzt gibi’s Wort de Tochter vo de Sylvia
Dankesworte
von Frau Röthlisberger (Tochter von Sylvia)+ von Thyl Steinemann
Gemischter Chor: „When the stars beginns to fall“
Gebet (stehend) iw
Guata
Gott
Mir
sind no erschütteret über de Tod wo so plötzlich und unerwartet ko isch
nach enera kurza und schwera Krankhet.
Obwohl
miar alli wüsset, dass Mensch auf Erda nit ewig leba könnt, macht üs das
truurig und nachdenklich wenn d’Ziit für an liaba Mensch wieder ko isch
Aber
mir vertrauuet druuf, dass es aso dim Willa entspricht und deshalb guat
und richtig isch.
Und
mir vertrauuet au druf dass Du üs traisch und üs begleitisch de
schmerzlichi Verlust aazneh und z’verkrafta dia Lücke, wo d’Sylvia
hinterloh hät und leer bliibe wird.
Hilf üs, dass
üs
dia Hoffnig an Troscht isch, wo du üs gschenkt häsch mit dem Evangelium
von dim göttlich Sohn Wo üs im Leba und im Sterba vorusgange isch und de
Weg zeigt hät wo zu de himmlischa Ewigkeit füehrt.
Amen.
Lebenslauf gelesen iw
Bilder aus Sylvias Leben -
+ Musik Nordica: „Lemurische Wehmut“
Lesung aus Römer 8, 18-30 iw
Gemeindelied: „Grosser Gott, wir loben Dich“
Predigt / Traueransprache iw
Liebe Trauergemeinde
Römerbrief 8: Ein dichter / bedeutungsreicher Text
·
Warum
Römer 8 passend ist:
o
1. Weil er den Trauspruch enthält (Heirat), der auch in der
Traueranzeige stand: „Wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alle
Dinge zum Besten dienen müssen.“ (rom: Nus savein che tut survescha al
bien per quels che carezan Diu“)
o
2. Weil „Schöpfung“ vorkommt und das im Leben von Sylvia eine grosse
Rolle gespielt hat
o
3. Weil die Rede ist von „Leid“ und „Heilung“, die im Leben von S. sehr
wichtig waren (Beruf)
·
Römer
8 ist sehr dicht und wahrscheinlich nicht auf Anhieb verständlich…
Die Schöpfung und die Gotteskinder
·
Die Schöpfung seufzt und stöhnt = leidet und sehnt sich nach Heilung
(warum: Vergänglichkeit / Endlichkeit ausgesetzt / Lesung: der
Nichtigkeit unterworfen)
·
Die Schöpfung wartet (in sehnsüchtigem Verlangen) auf die Söhne und
Töchter Gottes, auf deren Sichtbar- bzw. Offenbarwerden (= Heilmittel,
das von der Knechtschaft zur Freiheit führt)
·
Gotteskinder (Töchter und Söhne) = Christen/innen! = wir! Unsere Aufgabe
ist es, uns um die Schöpfung zu kümmern / Leid zu lindern
Sylvia war ein Beispiel dafür (Einsatz für das Wohlergehen, für die
Befreiung, usw.)
Die Erkenntnis des Paulus
·
Aber Achtung: „Auch wir selbst – sagt Paulus –, die wir die
Erstlingsgabe des Geistes empfangen haben, auch wir seufzen miteinander
und warten…“
wir gehören dennoch zur Schöpfung, leiden mit und sehnen uns mit /
Mensch = Teil / mit eingeschlossen
·
Doch wir, die Söhne und Töchter Gottes, wissen: Es gibt mehr / etwas.
Eine Hoffnung, die wir zwar nicht sehen, nicht fassen können. Die es
aber gibt…
·
Dafür ist die Erlösung unseres Leibes nötig, aber wir müssen geduldig
sein (ausharren): Zuerst haben wir die Aufgabe, hier heilsam zu wirken
(mit was auch immer: Nicht nur Medizin, sondern auch Musik oder
Familie…), erst nachher werden wir aufgehen in die Herrlichkeit
Die Hilfe des Geistes in der Schwachheit menschlicher Existenz
·
Erkenntnis: wir sind gleichzeitig Gotteskinder (und wissen über diese
Hoffnung) und Mitleidende.
·
Paulus: „Wir wissen nicht, was wir eigentlich beten sollen“ = Ausdruck
der Hilflosigkeit / Ausgeliefertsein
·
Doch der Geist (der von Gott selbst kommt) tritt für uns ein und hilft
uns mit wortlosen Seufzern. Das Wichtige läuft wie auf einer
übergeordneten Ebene (geistige) = Garantie für das Angenommen werden bei
Gott
Das Trostwort
·
Deshalb: Alles dient zum Guten, was die
Gotteskinder machen (auch Fehler, auch Verluste)
·
Denn wir sind mit und durch Taufe
berufen zur Liebe Gottes = Liebe zur Schöpfung, Mitmenschen, usw.
·
Wer zu diesem Wort / diesem Ruf ja
sagt, wird selbst in nach dem Bild Jesu Christ verwandelt / gestaltet
werden.
·
Das dauert ein ganzes Leben, aber
wir können gewiss sein, dass Gott uns dann aufnimmt, so wie er jetzt
auch schon Sylvia aufgenommen hat.
Amen
Zwischenspiel: „Hoffnung auf Gerechtigkeit und Frieden“ Nordica
Psalm 23 gemeinsam gesprochen iw
De Psalm 23 isch eine vo dena biblischa Texscht, wo Vertraua ganz gross
gschriebe isch.
De Texscht isch do projiziert und mir wend jetzt dia Wort luut lesa /
erklinga loh. Mir mached das aber uf a bsunderi Art: Jedi und jeda söll
de Text luut nach eigenem Tempo lesa.
Nochher folgt a Moment vo de Stilli, bevor mir üs dann zum ena Gebett
sammlet, wo mit dem „Unser Vater“ enda wird.
Nach der neuen Zürcher Übersetzung (2007)
(Ein Psalm Davids)
Der Herr
ist mein Hirt, mir mangelt nichts, er weidet mich auf grünen Auen.
Zur Ruhe
am Wasser führt er mich, neues Leben gibt er mir.
Er
leitet mich auf Pfaden der Gerechtigkeit um seines Namens willen.
Wandere
ich auch im finstern Tal, fürchte ich kein Unheil,
denn du
bist bei mir, dein Stecken und dein Stab, sie trösten mich.
Du
deckst mir den Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Du
salbst mein Haupt mit Öl, übervoll ist mein Becher.
Güte und
Gnade werden mir folgen alle meine Tage,
und ich
werde zurückkehren ins Haus des Herrn mein Leben lang.
Nach der Lutherübersetzung
(Ein Psalm Davids.)
Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.
Fürbitten mit „Unser Vater“ (stehend) iw
[Stille]
Mir sammlet üs zum Gebet und erhebet üs dafür.
Miar möchted dir danka Gott,
für die wunderbari Person/Mensch,
wo mir händ dörfa kenna lerna
Mir danket für alles, was durch sie möglich worda isch
[Stille]
I dera Stund vom Abschied bitte mer Dich:
schenk em Ehema vo de Sylvia, em Thyl Steinemann
und de Tochter, de Claudia Röthlisberger
und all dena, wo sie werdet fescht vermissa
viel Kraft und Troscht für de wiiteri Weg im Leba
[Stille]
Für all das, was mir ihra schuldig blibe sind
bitte mir um Vergebig
im Vertraua uf dini Güeti und Liebi
All üsi Gedanka und Empfindiga leged miar
in dia Wort, wo de Jesus üs aavertraut und gschenkt hät
und sprechet jetzt gmeinsam:
Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld wie auch
wir vergeben unseren Schuldigern.
Führe uns, wenn
wir in Versuchung kommen, und erlöse uns von dem Bösen.
(Änderung dieser falsch ausgelegten Zeile durch Thyl)
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.
Miar sind Gäscht i dera Kircha und do isch es üblich, dass ma a Kollekte
für armi Lüüt sammlet.
Kollekte wird gesammelt
Gemischter Chor: „Tebja Pajom“
Infos iw
Miar sind glii am Schluss vo dera Truurfiir.
Im Nama vo de Familie möchti allna danka, wo de Sylvia im Leba Guats tu
händ und ihre Liebi erwiese händ.
Bsunders au danka für die Ateilnahm i de letzschta Ziit, danka, dass Sie
alli hüt dohera ko si (und zum Teil an ganz langa Weg uf sich gno händ).
Ich möcht mi au bi all dena bedanka, wo dä Gottesdienscht möglich gmacht
händ und mitgwirkt händ: De kath. Pfarrei vo Siat, em Chor unter de
Leitig vom Gion Tschuor und em Ensemble „Nordica“, wo ohni Sylvia zu
ihrne Ehre gspielt hät und allne, wo suscht in irgendere Form mitgholfe
händ.
D’Aghörige nehmet nach em Gottesdienst s’Biileid vor de Kirche (oder vor
em Usgang) entgega.
Alli, wo de Sylvia noch gstanda sind und s’Bedürfnis händ, mit de
Aghörige no as Moment zäma z’sitze sind im Aaschluss herzlich in
d’Besabeiz „Arca da Siat“ iglada, bi de Familie Cahenzli.
Segen iw
En Texscht vom Dietrich Bonhoeffer, wo ich Ihna wett mitgeh uf em Weg.
Er hät us em Gfängnis im Bewusstsii, dass er könnti jeda Tag de Tod
finde, gschribe:
Von guten Mächten wunderbar geborgen
Erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und Morgen
Und ganz gewiss an jedem neuen Tag.
De Chor mit em Gion Tschuor wird am Schluss vo de Truurfiir nomol
es Lied singa. Mir bliibet sitza, doch für de aaronitischi Sega,
wo n i uf Romanisch und Dütsch spreche werde, wemmer ufstoh:
Il Segner benedeschi tei e pertgiri tei
Der Herr segne dich und beschütze dich
Il Segner laschi tarlischar sia fatscha sur da tei e
seigi grazius a ti
Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei
dir gnädig.
Il Segner drezzi sia vesta sin tei e detti pasch a ti.
Der Herr erhebe sein Angesicht zu dir und gebe dir
Frieden.
Der Mensch spricht und Gott segnet
AMEN
Wunderschöner Ausgangsgesang vom gemischten Chor:
„Muttersegen“
Die
ganze Trauergemeinde kondoliert Thyl und der Tochter Sylvias beim
Ausgangstor der Kirche - draussen ist es sehr kalt...
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