Sylvia Steinemann-Röthlisberger

Situationsberichte aus dem Spital

> Vorgeschichte

Sonntag, 20. Dezember

Nach einem wunderschönen Flug mit dem Rettungshelikopter der Schweizerischen Rettungsflug-wacht REGA vom Regionalspital Kufstein zum Kantonsspital Chur wurde Sylvia am späteren Nachmittag in der Notfallabteilung eingeliefert. Leider hat Sylvia den Flug nicht so richtig geniessen können, weil sie festgeschnallt nicht richtig zum Fenster hinaus schauen konnte.  Sie wurde von einem Arzt und einem Flughelfer begleitet, während der Pilot für einen sicheren, schönen Flug sorgte.

Nach 17h kam ich per Auto daselbst an und verpasste somit den Anflug, der mir von der REGA auf etwa 17.30h angesagt wurde.  Das schöne Wetter und die starke Ostwindbise verkürzte offenbar die Flugzeit wesentlich.

Nach längerem Warten konnte ich nun Sylvia endlich begrüssen, was sie natürlich sehr freute und beruhigte. Allerdings war sie nur mühsam ansprechbar und hatte grosse Mühe sich mit einer schwachen Stimme zu äussern, wusste nicht mehr was sie eigentlich sagen wollte usw.

Sylvia lässt aber alle lieben Menschen ganz herzlich grüssen, welche an sie denken und dankt ihnen für ihre liebevollen Gedanken und Wünsche.

Nach meinem Besuch wurde Sylvia im Laufe des Abends in die Abteilung C5 für eine gewisse Zeit in ein Isolationszimmer verlegt, da das Kantonsspital sicher sein will, nicht irgendwelche spitalresistente Keime aus dem Ausland einzuschleppen, wie mir erklärt wurde.

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Montag, 21.Dezember

Ich konnte erst am Nachmittag mit Sylvia wieder telefonieren, weil sie nicht wusste auf welchen Knopf sie drücken muss um ein Telefonat entgegenzunehmen.  Nun ist ihr Bruder mit seiner Frau wieder bei Sylvia zu Besuch, was ihr natürlich sehr gut tut.  Sie wünscht aber, dass ich sie erst morgen wieder besuche und einige Kleinigkeiten bringe um die sie froh wäre.

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Dienstag, 22.Dezember

Heute wurde Sylvia einer zweiten Lumbalpunktur unterzogen, dessen Laboruntersuch dann Aufschluss geben soll für eine genaue Diagnose über die allenfalls vorhandenen Viren und Bakterien. Ihre Tochter war bereits anwesend und hat sich ihrer angenommen.

Als die Krankenschwester ins Zimmer kam und Sylvia nach ihrem Befinden erkundigte, fragte Sylvia zurück: "Wann wird nun die Lumbalpunktur gemacht?"  Da schmunzelte die Schwester und erklärte Sylvia, dass diese vor etwa zwei Stunden bereits an ihr durchgeführt wurde.  Da erinnerte sich Sylvia, dass sie noch einen Einstich spürte und dann offenbar ganz weg war.  Diese Erleichterung!  Denn die erste Lumbalpunktur in Kufstein sei eine Tortur gewesen, sagte uns Sylvia. Nun wurde hier offenbar dieser Eingriff unter Teilnarkose durchgeführt.

Nun war mir auch klar, warum Sylvia kaum richtig ansprechbar war und nur mit grosser Mühe sehr leise und unverständlich sprechen konnte.  Aber nach drei Stunden ging es ihr schon Einiges besser, so dass wir uns einigermassen verständigen konnten.

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Mittwoch, 23.Dezember

Nachdem mir liebe Freunde darauf aufmerksam machten, habe ich mich am Morgen noch eingehend mit dem Thema "MMS" befasst und aus dem Internet genaue Informationen herunter geladen, hoch-interessante Erfahrungsberichte zusammengestellt und ausgedruckt für die Apotheke und für die zuständige Ärzteschaft im Kantonsspital.  Was "MMS" ist, lasse ich hier gleich den Entdecker Jim Humble in seiner Webseite selbst erklären:  www.jimhumblemms.de/node/24

"Auf dieser Website finden Sie eine extrem wichtige Gesundheits-Information, die eines Tages vielleicht über Ihr Leben entscheiden könnte – oder über das Ihrer Verwandten oder Freunde. Mein Name ist Jim Humble, und es geht um eine Entdeckung, die ich „Miracle Mineral Supplement“ oder kurz „MMS“ genannt habe. Es handelt sich um ein Mittel, das Sie selbst herstellen können und das Ihnen vielleicht in ganz kurzer Zeit helfen kann, wieder gesund zu werden. Tausende Menschen haben das MMS jetzt schon gekauft und nehmen es – mit hervorragenden Resultaten. Alle möglichen Krankheiten sind so bereits geheilt worden, und viele haben mir von ihrem Erfolg berichtet. Ich habe in Amerika und Afrika Tausende von Menschen gesund werden sehen, und ebenso in Mexiko. Wahrscheinlich bin ich in der glücklichen Position, mehr Menschen genesen gesehen zu haben, als jeder andere auf der Welt, und ich hoffe, dass sich im Laufe der Zeit Menschen finden werden, die meine Methoden noch bei weitem verbessern."

Nicht ganz problemlos war dann die Beschaffung dieser Flüssigkeit in der Apotheke, doch mit einer Verdünnung 1:6 erhielt ich dann doch 50ml in einem Fläschchen für teures Geld.

Um 16.20h war ich dann wieder in Chur bei Sylvia, der es ein wenig besser ging. Am Morgen wurde sie von einem Therapeuten etwas herumgeführt und ich versuchte es dann auch, wenigstens zweimal zum WC und etwas im Zimmer herum, - Sylvia am Arm, und sie hielt sich am "elektronischen Christbaum" auf Rädern fest mit den zwei Infusionsflaschen und dem Dosiergerät.

Nun kann Sylvia wieder selbst essen, allerdings noch sehr mühsam und zitterig um den Mund zu finden.
So haben wir zusammen am Krankentischchen ein kleines Abendmahl eingenommen: Kaffee und Kuchen.

In einem eingehenden Gespräch mit der Ärztin beriet ich die mögliche Anwendung dieses "Wunder-mittels".  Sie meinte, dass erst noch der Laborbericht vorliegen müsse um festzustellen wie die schon in Kufstein begonnene und in Chur fortgesetzte und noch erweiterte Therapie zur "Abdeckung" eines möglichst breiten "Zoos" von Viren und Bakterien wirke.

Morgen sei ausserdem noch ein Magnetresonanzbild von Sylvias Kopf vorgesehen um genaueren Aufschluss zu erhalten, inwieweit allenfalls im Gehirn krankhafte Veränderungen feststellbar sind.

Und nach einem gut zweistündigen Besuch meinte Sylvia, ich könne jetzt wieder nachhause fahren um ihre Seite im Web 7stern fortzusetzen usw.  Wir sehen uns ja am heiligen Abend wieder.

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Heiligabend, 24.Dezember

Heute Morgen ging ich zum Dorfladen um für die Feiertage einige Esswaren einzukaufen, dann habe ich bis nachmittags 14h im Internet gearbeitet und eine Weihnachtsseite entworfen.

So ist es 15h geworden bis ich mich ins Auto setzen konnte um noch einige Besorgungen in Ilanz zu machen und dann nach Chur zu fahren.

Sylvia schlief als ich kam, und ich musste sie wecken.  Sie klagte, dass es ihr gar nicht so gut gehe und heute Sehstörungen hatte, was mich aufhorchen liess.  Ich habe den Eindruck, dass die Summe von Infusionen und Medikamenten der Sylvia zu stark zusetzen und reduziert werden müssten. Aber diese Entscheidung muss ich dem medizinischen Personal überlassen.

Auf dem mit Blumen geschmückten Tisch stellte ich Sylvia die geschnitzte Krippe auf und gegen 18h brachte die Krankenschwester das Abendessen und die Medikamente für die Nacht für Sylvia. Sie hatte aber kaum Hunger und überliess mir Dreiviertel des Essens, womit auch ich satt wurde.

Ich habe heute ihre Schlüsselfiedel* mitgenommen und ihr einige meiner vielen Eigenkompositionen ab Noten vorgespielt, was Sylvia offensichtlich gut tat.  Die Krankenschwestern hatten allerdings keine Zeit um zuzuhören, aber freuen sich darauf, wenn ich an einem anderen Tag wieder musizieren werde.

Hier ist eine dieser Melodien, allerdings vom PC-Audioprogramm gespielt mit Harfenklängen:

¯ Die Adventspolska

Sylvias vor der Reise nach Österreich noch von der Friseurin wunderschön hergerichtete Frisur hat natürlich inzwischen sehr gelitten. Von den Dauerwellen ist da kaum mehr was zu sehen...

Nach dem Essen wollte ich Sylvia aus den etwa 20 Briefen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis an sie vorlesen, nachdem sie sehr müde gleich wieder ins Bett wollte, doch schlief sie umgehend ein und nahm nichts mehr wahr, was ich zu ihr sagte. Also verabschiedete ich mich nach drei Stunden wieder und fuhr heimzu.

Aber kurz vor Siat, in der letzten Kurve vor dem Wald schritt mir unverhofft ein kapitaler Hirsch direkt in die schmale Strasse und ich konnte mit einer Blitzreaktion, Ausweichmanöver und Vollbremsung ganz knapp einen Zusammenstoss vermeiden. Aber mit seinem Geweih blieb der Stier am rechten Rückspiegel hängen, den er rumpelnd umlegte und wahrscheinlich beschädigte, aber der heraus-hängende Spiegel ist sogar noch intakt, aber mit vielen Rissen!.

Gott sei Dank, dass diese Kollision so glimpflich ablief !  Ich musste natürlich die Polizei informieren, die mich an den Wildhüter weiter leitete. Dieser meinte, dass das Geweih des Hirsches bestimmt solider sei als der Rückspiegel unseres Subaru Justy ;-)) und meinte auch, dass der Hirsch wohl unverletzt davon gerannt sei. Aber vielleicht hat dieser nun auch ein Schleudertrauma, das Sylvia behandeln müsste (wenn sie wieder gesund ist)???

  *) Wer nicht weiss was eine Schlüsselfiedel ist, kann dies im Web www.nordica.ch nachschauen.

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Traurige Weihnachten, 25.Dezember

Heute musste Sylvia länger auf mich warten, da ich intensive Internetarbeit und noch einige Einkäufe für die nächsten paar Tage machen musste, wo ich mich ja selbst versorgen muss. Gegen 18h war ich wieder bei ihr und versuchte sie ein wenig zu trösten in ihrem bedauernswerten Zustand, der sich nicht merklich verbessert hat:

  • Sie hat so wenig Kraft, dass sie sich nicht ohne Hilfe auf die Beine kriegt,

  • muss geführt werden, damit sie nicht umkippt und im Sturz noch Knochenbrüche zuzieht,

  • ihre leise Stimme ist kaum verständlich,

  • wenn sie ihren Kopf dreht, wird es ihr gleich schwindlig,

  • hat Untertemperatur aufgrund der Medikamente und kaum Appetit.

Ich hoffe sehr, dass nun die Resultate der Laboruntersuchungen rasch vorliegen werden und danach das weitere Vorgehen geklärt und beschlossen werden kann.  Das MRI sei furchtbar laut gewesen, sagte Sylvia, hat aber nach ihren Angaben keinen signifikanten Befund gegeben, auch ein EEG nicht.

Immerhin hat es Sylvia sehr gut getan, dass ich bei ihr war, mit ihr zusammen etwas zu Abend essen konnte und ihr auf ihrer Schlüsselfiedel wieder eine Reihe meiner schönen Kompositionen vorspielte, obwohl sie bereits wieder schlief. Sie hörte aber die Musik trotzdem, wie sie sagte, als ich mich von ihr nach gut drei Stunden verabschiedete ---  an unserer ersten Weihnacht ohne Kerzen.         

¯ Bachiatina 6 - Oktoberschnee   (diese Melodie ist etwas traurig, aber passend...)

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Samstag, 26.Dezember

Heute befasst ich mich fast 6 Stunden mit der Verfassung eines vertraulichen Briefes an den Schweizerischen Gesamtbundesrat, nachdem ich mir am Vorabend in einem entspannenden Vollbad die heikel zu formulierenden Texte eingeben liess. Ich beabsichtige diesen Brief noch vor Jahresende zur Post zu bringen.

So war ich erst um 17h für gut zweieinhalb Stunden bei Sylvia und leistete ihr so gut es ging Gesellschaft, auch wieder mit einigen Melodien, gespielt auf ihrer schönen Schlüsselfiedel.

Ich war beunruhigt, dass Sylvia nur noch etwa zu 5% aktions- und reaktionsfähig ist, kaum mehr aufgesetzt werden kann, weil ihr Gleichgewichtssinn völlig ausser Kontrolle ist und sie meint, dass "Alles wackelt", aber nicht mehr realisiert, dass sie es ist, welche schwankt und wackelt. Entsprechend informierte ich ihre Tochter, welche daraufhin beabsichtigte am Sonntag mit ihrem Partner und ihren beiden Kindern Sylvia zu besuchen.

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*Letzte Bearbeitung dieser Seite am 03.01.2010